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Spezialmütter-Tagung in Hamburg

Inhalte
Teilnehmer insgesamt ca. 65 Personen inkl. Referenten, die z. T. auch als Teilnehmer in den anderen AG’s mitgearbeitet haben.
Verteilt auf einen spannenden, sehr aktiven Freitagvormittag und 7 Arbeitsgruppen an 2 Tagen.

Die Themen der Arbeitsgruppen und die Zusammensetzung der ReferentInnen wurde als sehr treffend und durchdacht gelobt – lediglich die vorgegebene Zeit (pro AG ca. 1,5 Std.) hätten die TeilnehmerInnen gerne verlängert, weil ein enormer Bedarf an Austauschmöglichkeiten festgestellt wurde, der fast immer den Rahmen der AG‘s zu sprengen drohte. Kein Wunder, dass in allen AG’s der Zeitrahmen überzogen wurde und die TeilnehmerInnen sogar auf Rauchpausen verzichteten.

Es wurde deutlich, dass es noch viele weitere Themen gibt, über die die Mütter sich austauschen und informieren möchten – auch für diese Themen sind weitere Tagungen notwendig.

Sehr gut angenommen wurden ebenfalls der Büchertisch und die Info-Tische der verschieden Organisationen und Gruppen, die während der gesamten Tagung aufgebaut waren.

Besonders positiv bewertet von den Müttern wurde die Tatsache, dass die Kinder mitgebracht werden konnten und während der gesamten Tagung von Fachpersonal und erfahrenen Hilfskräften betreut wurden. Dieses war eine große Hilfe, weil die Mütter dadurch insgesamt beruhigter an der Tagung teilnehmen konnten. Sie wussten, dass sie sofort informiert wurden, wenn mit dem Kind etwas sein sollte – es gab aber keine besorgniserregenden Zwischenfälle.

Erfolg
Das doppelte Angebot in AG 1 und AG 7 („Wir werden nicht für voll genommen !?“ Wie kann die Beziehung Mütter – Professionelle (Berater, Gutachter, Therapeuten/Ärzte) partnerschaftlicher werden ?) hat sich als sehr sinnvoll erwiesen trotz des fast identischen Ausgangsthemas – beide waren voll besetzt.

Während der Arbeit an der besonders sensiblen Thematik in AG 4 (Auswirkungen pränataler (vorgeburtlicher) Diagnostik auf behinderte Menschen) stellte sich heraus, dass durch das Aufbrechen von Emotionen die Betroffenen sich oft großer Hilflosigkeit ausgesetzt fühlen. Die Forderung entstand, dass besonders Hebammen und Kinderärzte (Menschen der „ersten Stunde“) bedarfsgerecht geschult werden müssen. Es müssen weitere Räume geschaffen werden, um die entstandenen Probleme auch bearbeiten zu können.

Durch die lebhaften Diskussionen in AG 5 (:Hirnfunktionsstörungen und ihr Einfluss auf Verhalten und Sprache – wie können Eltern + Erzieher damit umgehen?) wurde deutlich, dass eine große Nachfrage besteht, verständliche Informationen über z.B. Hirnfunktionsstörungen zu erhalten, die über die „normalen Infokanäle“ = Ärzte, Therapeuten etc. nicht zu bekommen sind, sondern manchmal von Müttern selbst erarbeitet/erfahren werden müssen oder sollten, um diese Erfahrungen dann weitergeben zu können.

Aus AG 8 (Mütter mit behinderten Kindern und mögliche Berufstätigkeit) ist sozial-politische Arbeit entstanden, z.B.

1. Resolution – 1.veröffentlicht in der „Hamburger Rundschau“ – 2. geschickt an 1. Bürgermeister, Herrn Runde, Senatorinnen Roth und Raab

2.Frau Dr. Stödter hat zusätzlich Verbindung zu Frau Roth hergestellt, um ein Pilotprojekt zu entwickeln, durch das „Spezialmütter“ - besonders Alleinerziehende – mit besseren Möglichkeiten (z.B. Computer) versorgt werden können.

3. Neue AG‘s in Zusammenarbeit mit dem Senatsbeauftragten für Behindertenfragen, Herrn Bienk sowie dem „Beratungszentrum Sehen, Hören, Bewegen, Sprechen“ (BAGS), dem Amt für Gesundheit und dem BerufsFörderungsWerk zur beruflichen Förderung von z.T. isolierten Müttern (z.B. über Schulung oder Qualifizierung mit dem Internet oder anderen zukunftsorientierten Medien). Entwickelt wurde ein umfangreicher Fragebogen zur individuellen Bedarfsermittlung über die Situation von Spezialmüttern.

4. Gespräch mit Dr. Näther, BSJB über die Miteinbeziehung bzw. Gleichstellung behinderter Kinder in das KJHG in Bezug auf Betreuung nach der Schule und in den Ferien

Und immer häufiger werden immer mehr Fragen an AmbeKi-Mütter (meistens privat bis spät in die Nacht) gerichtet, weil deren Kompetenzen gesehen und anerkannt werden. Es wäre ein weiterer toller Erfolg, wenn sich für diese Mütter die Möglichkeit ergeben würde, diese Kompetenzen beruflich einzusetzen.

Es hat sich klar gezeigt, wie überfällig eine Tagung zu diesem Thema war und dass zu lange übersehen worden ist, wie nötig gerade diese Mütter Unterstützung brauchen. Immer wieder ist der Wunsch geäußert worden, diese Tagung sollte nicht einzig bleiben, sondern nur als Türöffner für die kommenden Jahre gelten – mindestens alle 2 Jahre sollten Mütter ein Forum bekommen um sich auszutauschen – untereinander, aber auch mit Fachkräften.

Und auch die angesprochenen Fachkräfte waren froh, sich einmal im direkten Kontakt verständigen zu können, ohne ständig unter Zeit- oder Erfolgsdruck zu stehen.

Behörden, Ärzte und Therapeuten sind ein kleines bißchen sensibler beworden für die Probleme von Müttern mit behinderten Kindern, obwohl gerade dort nach wie vor sehr viel Aufklärungsarbeit geleistet werden muß, dieses wurde auch im Kontakt mit den „Fachpersonen“ deutlich.

Insgesamt ist der Eindruck entstanden, dass die Mütter ermutigt worden sind, für sich und Ihre Kinder einzustehen und eine Chance darin zu sehen, zu kämpfen um zu wissen, wo Hilfe evtl. herkommen oder abgefordert werden kann.

[K. Voß]

Die vollständige Dokumentation ist auf Nachfrage über AmbeKi erhältlich.

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